Jedes Geschäft lebt von zufriedenen Kunden. Händler und Dienstleister müssen sich daher Schritt für Schritt an den klaren Trend in Richtung Kartenzahlung anpassen. Um auch Ihren Kunden den erwarteten Komfort zu ermöglichen, brauchen Sie nur ein Kartenterminal. Das klingt einfach – aber wie viel kostet ein EC-Gerät genau? Hier sind Sie richtig, wenn Sie ohne schwammiges Drumherum über die Gebühren aufgeklärt werden möchten!

ich-bin-marc

Marc Schuster
Ich heiße Marc, informiere zum Thema Kartenzahlung und helfe Ihnen bei der Anbieter-Suche.


Wovon hängen die Kosten für ein EC-Gerät ab?

Ich selbst störe mich immer wieder daran, wenn Unternehmen, die sonst so redselig sind, beim Thema Kosten plötzlich schweigsam werden – wenn an jedes dritte Wort noch ein Sternchen angehängt wird, das mich ans Seitenende führt, wo ich auch wieder auf Sternchen stoße und so weiter. Oder wenn ich erst Kontakt aufnehmen muss, bevor ich die genauen Kosten schwarz auf weiß zu sehen bekomme.
Intransparenz ist ein Garant für einen schlechten ersten Eindruck, denn: Ein Unternehmen, das nichts zu verbergen hat, verbirgt auch nichts. Damit Sie selbst sofort einschätzen können, ob bestimmte Angaben unrealistisch sind oder jeden Rahmen sprengen, möchte ich Sie detailliert in das Thema einführen. Im ersten Schritt schauen wir uns an, von welchen Faktoren die Kosten abhängen.

Mit oder ohne Grundgebühr

Unterschieden wird zwischen Verträgen mit und ohne Grundgebühr. Ein Vertrag ohne Fixkosten eignet sich für Unternehmen, die einen geringen monatlichen Umsatz erzielen – zum Beispiel unter 1000 Euro. Bei Umsätzen ab 2000 Euro lohnt sich in der Regel ein Vertrag mit Grundgebühr, da die Transaktionsgebühren bei gekauften Geräten von iZettle oder SumUp deutlich höher ausfallen. Fehlende Grundgebühren bedeuten also nicht automatisch, dass auch die Gesamtkosten niedriger ausfallen.

Die Art des Terminals

Die Grundgebühren bei gemieteten Geräten hängen davon ab, für welche Ausführung Sie sich entscheiden. Die günstigste Variante ist das stationäre Terminal, das direkt an der Kasse bedient werden muss. Etwas teurer sind die mobilen Geräte, mit denen Sie sich frei bewegen können. In dieser Kategorie sind Terminals, die nur über WLAN funktionieren, etwas günstiger als Geräte, die zusätzlich mit einer Handy-SIM-Karte arbeiten können.

Was von Ihrem Umsatz abgeht

Neben den Fixkosten fällt bei jedem Bezahlvorgang eine Transaktionsgebühr an. Bei den klassischen EC-Geräten können Sie mit 7 bis 12 Cent rechnen. Je nach Höhe Ihres Umsatzes kommt außerdem eine Provision hinzu, die wiederum von der Kartenart des Kunden abhängt. Mit 0,2X Prozent vom Umsatz fallen die Gebühren bei EC-Kartenzahlung relativ gering aus. Wenn Sie einen Artikel für 10 Euro verkaufen, würde die Gebühr bei einem üblichen Prozentsatz von 0,25 % zum Beispiel 2,5 Cent betragen. Bei Kreditkartenzahlungen fallen etwas höhere Gebühren zwischen 1,5 und 3 Prozent an.
Zum Vergleich: Bei iZettle oder SumUp betragen die Gebühren 0,95 Prozent bei EC-Zahlungen und 2,75 Prozent bei Kreditkartenzahlungen.

Die Zusatzdienstleistungen

Wenn Sie Ihr EC-Gerät für kontaktlose Zahlungen freischalten möchten, kommen in der Regel noch Zusatzkosten hinzu. Außerdem können Sie sich für etwa 5 bis 10 Euro im Monat tägliche oder wöchentliche Transaktionslisten vom Hersteller zuschicken lassen. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn sich Ihre Buchhaltung nicht in der Nähe der Filiale befindet, in der das Kartenlesegerät verwendet wird. Eine weitere Zusatzfunktion ist das sogenannte Kontosplitting. Damit können die Einnahmen durch verschiedene Waren oder Dienstleistungen auf getrennte Konten fließen. Auch hier sind Kosten zwischen 5 und 10 Euro üblich.

Mehr zum Thema Kartenzahlung: Eine grundsätzliche Einführung zum Thema Kartenzahlung finden Sie ebenfalls auf unserer Ratgeber-Seite. Dabei gehen wir grundsätzlich darauf ein, wie das Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte funktioniert. 

Vorstellung: Verschiedene Kartenterminals

Jetzt haben Sie einen ersten Überblick über die verschiedenen Kartenterminals gewonnen. Nachfolgend stelle ich Ihnen aktuelle stationäre und mobile Kartenterminals vor. 

Verifone V200c

Sehr gute Einsteigerversion. Günstig und trotzdem mit vielen Funktionen, wie kontaktlosem Bezahlen, Farbdisplay, Kassenschnittstellen.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

STATIONÄR

Ingenico Desk5000

Kann per WLAN angebunden werden und dank Spiralkabel gibt’s Flexibilität ohne Kabelchaos. Mit Touchdisplay.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

STATIONÄR

SumUp

Eins der Geräte ohne Grundgebühr, das man mit Handy oder Tablet koppelt, um Zahlungen abzuwickeln. Der Zahlvorgang läuft dann über eine App.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

MOBIL

Kosten-Zusammensetzung auf einen Blick:

Einmalige Kosten:
Pauschale für die Ersteinrichtung (20 – 30 €) – u. a. Konfiguration des EC-Kartenlesegeräts, Einrichtung der Finanzwege und Versandkosten

Monatliche Kosten:
Miete für das Kartenterminal (5 – 15 €), Servicevertrag (5 – 10 €) und evtl. Zusatzdienstleistungen (5 – 10 €)

Variable Kosten:
Transaktionskosten (7 – 12 Cent) und umsatzabhängige Gebühren (Kreditkartenzahlung ca. 1 – 3 %, EC-Kartenzahlung ca. 0,23 – 0,30 %)

Es handelt sich hierbei um Beispielbeträge bzw. Kostenspannen, die nur der Veranschaulichung dienen und je nach Anbieter variieren.

Mit oder ohne Grundgebühr: Beispielrechnungen

Über die folgenden Beispielrechnungen können Sie einfach nachvollziehen, wie hoch die Kostenunterschiede in der Praxis ausfallen und wann sich die Kartenzahlung ohne Grundgebühr für Sie lohnen kann.

Beispiel 1: Blumengeschäft

EC-Gerät ohne Grundgebühr

40 Buchungen EC Karte a 20 EUR =
800 EUR x 0,95 % = 7,60 EUR

10 Buchungen Kreditkarte a 20 EUR =
100 EUR x 2,75 % = 2,75 EUR

Summe = 10,35 EUR

EC-Geräte mit Grundgebühr

Fixkosten (Miete + Service) = 15 EUR

Transaktionskosten (50 Vorgänge) =
7 Cent x 50 = 3,50 EUR

40 Buchungen EC Karte a 20 EUR =
800 EUR x 0,25 % = 2 EUR

10 Buchungen Kreditkarte a 20 EUR =
100 EUR x 1,75 % = 1,75 EUR

Summe = 22,25

Während das Blumengeschäft aufgrund des relativ geringen Umsatzes deutliche Einsparungen mit einem Anbieter ohne Grundgebühr macht, ist die Variante mit Fixkosten für das Restaurant im folgenden Beispiel die bessere Wahl:

Beispiel 2: Restaurant

EC-Gerät ohne Grundgebühr

50 Buchungen EC Karte a 50 EUR =
4.000 EUR x 0,95 % = 38 EUR

10 Buchungen Kreditkarte a 50 EUR =
1.000 EUR x 2,75 % = 27,50 EUR

Summe = 65, 50 EUR

 

EC-Geräte mit Grundgebühr

Fixkosten (Miete + Service) = 15 EUR

Transaktionskosten (100 Vorgänge) =
7 Cent x 100 = 7 EUR

50 Buchungen EC Karte a 50 EUR =
4.000 EUR x 0,25 % = 10 EUR

10 Buchungen Kreditkarte 50 EUR =
1.000 EUR x 1,75 % = 17,50 EUR

Summe = 49,50 EUR

Mit dem Smartphone kontaktlos Bezahlen: Bei vielen Anbietern können Sie auch Kartenzahlung via Apple Pay oder Google Pay akzeptieren. Gerade die junge Generation setzt auf das Smartphone als „Ersatz“ für die Karte. Die Bezahl-Bestätigung erfolgt hier über Face- oder Touch-ID.

Häufige Fragen zum Thema Kosten für ein EC-Gerät

Die einfache Antwort: Immer! Denn das kontaktlose Bezahlen wird immer beliebter, was sich auch aus einschlägigen Marktforschungsdaten ergibt. Gerade während der Corona-Pandemie erfreute sich das kontaktlosen Bezahlen einem regelrechten Boom. Viele Unternehmen wiesen in dieser Zeit auf die Vorzüge dieser Bezahlart hin. Und einmal ausprobiert, wird man meiner Meinung nach immer wieder kontaktlos Bezahlen wollen. 

Das hängt von Ihrem Kundenstamm an. Wenn Sie ein kleines, regionales Geschäft mit vielen Kunden aus Ihrer Nachbarschaft betreiben, kann EC Kartenzahlung ausreichen. Haben Sie Lauf-Kundenschaft – vor allem auch mal den ein oder andern internationalen Gast – lohnt sich die Hinzunahme von Kreditkartenzahlung. 

Sie haben es sicher schon so oft gehört: Achten Sie auf das berühmt-berüchtigte Kleingedruckte und sprechen Sie Ihren Anbieter der Wahl offen auf weitere Kosten an. Oftmals klärt so eine direkte Frage auf.