Die einfachste Antwort auf die obige Frage wäre wohl schlicht und ergreifend: es gibt keinen Unterschied. Girocard ist lediglich ein Begriff der im Jahr 2007 durch das gleichnamige Unternehmen eingeführt wurde, um eine einheitliche Terminologie für das Electronic-Cash-Verfahren und das Deutsche Geldautomatensystem zu schaffen. Allerdings scheint die Umbenennung der EC-Karte an der Mehrheit der Deutschen vorbei gegangen zu sein. Es scheint also ein wenig Aufholbedarf zu geben, was die wichtigsten Fakten rund um die Girocard angeht. Lesen Sie gleich weiter!

Marc

Marc Schuster
Ich heiße Marc, informiere zum Thema Kartenzahlung und helfe Ihnen bei der Anbieter-Suche.


Warum wir weiter von EC-Karte sprechen können

Trotz der offiziellen Umbenennung ist der Begriff EC-Karte nach wie vor in unserem gewohnten Sprachgebrauch fest verwurzelt – und das ist auch in Ordnung so, finde ich. Warum nicht den Begriff nutzen, unter dem sich alle etwas vorstellen können? Gerade wenn es um so ein alltäglich Thema geht wie die Kartenzahlung. Meiner Meinung nach, ist die selbstverständliche Verwendung des umgangssprachlichen Begriffs nicht mehr als ein Beleg dafür, wie relevant das Thema für uns alle ist. Wenn ich in meinen Ratgebern und auch nachfolgend in diesem Artikel also von der EC-Karte spreche, meine ich selbstverständlich die Girocard und andersherum.

Girocard – die Lieblingskarte der Deutschen

So jetzt wollen wir aber Mal ein paar Fakten besprechen. Ich habe es oben schon erwähnt, die Girocard ist das beliebteste Zahlungsmittel der Deutschen, wenn wir über bargeldloses Bezahlen sprechen. Während die Kreditkarte international auf dem Vormarsch ist, bevorzugen die Menschen hierzulande nach wie vor die gute alte EC-Karte. Laut den neuesten Daten der Allensbach-Studie 2025 hat die Kartenzahlung das Bargeld mittlerweile als beliebtestes Zahlungsmittel überholt.

Folgende Gründe lassen sich dafür finden:

Gründe aus Kundensicht

  • Bequemlichkeit: Kein Abheben, kein Kleingeld, kein Suchen nach Wechselgeld

  • Schnelligkeit: Kontaktloses Zahlen dauert oft nur wenige Sekunden

  • Hygiene: Kein direkter Kontakt mit Bargeld oder Kassierpersonal

  • Sicherheit: Karte kann gesperrt werden, Bargeld ist bei Verlust weg

  • Übersicht: Alle Ausgaben sind digital im Konto einsehbar

  • Akzeptanz: Kartenzahlung wird heute fast überall akzeptiert

  • International nutzbar: Eine Karte funktioniert im In- und Ausland

  • Mobile Payment: Zahlen mit Smartphone oder Smartwatch

  • Kein Mindestbetrag: In vielen Geschäften auch bei Kleinstbeträgen möglich

Gründe aus Händlersicht

 

  • Schneller Kassiervorgang: Kürzere Warteschlangen

  • Weniger Bargeldhandling: Kein Zählen, Wechseln, Einzahlen

  • Geringeres Diebstahlrisiko: Weniger Bargeld in der Kasse

  • Höherer Durchschnittsbon: Kunden geben mit Karte oft mehr aus (insbesondere durch Spontankäufe)

  • Automatische Buchung: Einfachere Kassenführung & Buchhaltung

  • Bessere Kundenzufriedenheit: Kartenzahlung wird erwartet

  • 24/7-fähig: Unverzichtbar für Selbstbedienung & Automaten

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Ich habe für Sie einen übersichtlichen Anbieter-Vergleich aufgebaut. In der Tabelle können Sie die Daten, Fakten und Konditionen miteinander vergleichen. Lesen Sie zudem Erfahrungsberichte von Nutzern, die aus Ihrem Alltag mit den Geräten berichten. Falls Sie selbst schon mit den Anbietern zu tun hatten: Machen Sie mit, bewerten Sie mit!

Wie sich die EC-Karte zur Girocard entwickelt hat

Zum Abschluss noch ein bisschen EC-Karten Geschichte. Ich habe ja schon beschrieben, warum es eigentlich keinen Grund für mich gibt, zwischen den beiden Begriffen EC-Karte und Girocard zu unterscheiden. Dennoch basiert die offizielle Namensänderung auf einer nicht ganz uninteressanten technischen Entwicklung, die letztendlich dazu geführt hat, dass in legalen Kontexten seit 2007 von der Girocard anstatt von der EC-Karte gesprochen wird.

Scheckkarte: Die Geburt der EC-Karte

Es ging ganz schlicht los: Mit einer Plastikkarte, die 1986 von deutschen Banken ausgehändigt wurde – davor gab es nur einen einfachen Papierausweis. Sie enthielt die wichtigsten Informationen des Kontoinhabers, wie Namen und Kontonummer, und diente ausschließlich der Identifikation bei der Ausstellung eines Schecks. Übrigens: Der Scheck selbst ist älter als das Münzgeld.

Eurocheque: Internationale Vernetzung

Die Weiterentwicklung des Tourismus und der wachsende Wunsch nach Urlaub im Ausland Anfang der 70er-Jahre brachten die Banken auf die Idee, dieses Verfahren auf ganz Europa auszudehnen. Für diesen Zweck wurde die Eurocheque-Karte (EC-Karte) ins Leben gerufen, die eine Zahlungsgarantie für Schecks im Ausland versprach.

Electronic Cash: Die Magnetstreifen-Innovation

Die Erfindung des Magnetstreifens 1969 durch das US-Unternehmen IBM revolutionierte den elektronischen Zahlungsverkehr weltweit. Wie ein Kassettenband speichert das verwendete Metalloxid Daten, die mit einfachen Detektoren wieder ausgelesen werden können. Als Ende der 70er-Jahre immer mehr Geldautomaten zur Verfügung standen, wurde die Eurocheque-Karte mit dem Magnetstreifen ausgestattet und damit um das Electronic-Cash-System erweitert. Von jetzt an konnten alle Kartenbesitzer Geld abheben und in einigen Geschäften bargeldlos mit Karte bezahlen.

Umbenennung in Girocard

Obwohl die Bezahlung per Eurocheque schon 10 Jahre nach seiner Einführung ein Ende fand, wurde weiterhin von EC-Karte gesprochen. Erst 2007 wurde die EC-Karte offiziell umbenannt. Laut Girocard* ging es dabei um die Einführung einer „einheitlichen Dachmarke für das Electronic-Cash-Verfahren und das Deutsche Geldautomatensystem“. Außerdem sollte, unterstützt durch das neue Logo, die internationale Akzeptanz deutscher Debitkarten erhöht werden.

* Quelle: https://www.girocard.eu/suche-faq/

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