Wussten Sie schon, dass die Kartenzahlung das Bargeld abgelöst hat? Im Jahr 2018 wurden in Deutschland erstmals mehr Zahlungen mit EC- oder Kreditkarte getätigt als mit Euro-Schein und Münze. Ein Trend, der weiter anhalten wird. Vielleicht grübeln Sie ja auch wie viele Einzelhändler über die Anschaffung eines Kartenlesegeräts: Soll ich oder soll ich nicht? Auf dieser Seite verschaffe ich Ihnen einen Überblick über alles Wissenswerte rund um die Kartenzahlung und hoffe, Sie bei Ihrer Entscheidung unterstützen zu können. Viel Spaß beim Lesen.

Warum überhaupt Kartenzahlung anbieten?

  • Umsatzsteigerung durch Bezahlalternative zum Bargeld
  • Kartenzahlung ist bequem und international anerkannt
  • Geringerer Aufwand durch weniger Bargeld
  • Sichere Zahlungsabwicklung
  • Kartenterminals für jeden Verwendungszweck vorhanden
  • Wichtigster Grund: Ihre Kunden erwarten diesen Service heutzutage
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Marc Schuster
Ich heiße Marc, informiere zum Thema Kartenzahlung und helfe Ihnen bei der Anbieter-Suche.


1. Wie funktioniert Kartenzahlung?

Ihnen schießen bestimmt viele Fragen durch den Kopf. Ich kann Sie beruhigen: Das Thema Kartenzahlung ist gar nicht so komplex wie es auf den ersten Blick wirkt. Auch die damit verbundenen Kosten – oftmals das Diskussions-Thema Nummer eins unter Einzelhändlern – sind bei Weitem nicht so hoch wie oft kolportiert wird. Übrigens: Auch Bargeld-Einzahlungen kosten mittlerweile. Fragen Sie mal bei Ihrer Hausbank nach. Und ich wage folgende Einschätzung: Für die meisten Ihrer Kunden ist es Alltag, an der Kasse die Karte zu zücken. Und werden es vermutlich schätzen, dass Sie Ihnen jetzt auch die Entscheidung lassen: Bargeld oder Karte?

Kartenzahlung mit EC-Karte (GiroCard)

Die EC-Karte ist das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland – übrigens ausschließlich hierzulande. Denn im Ausland gibt es die EC-Karte gar nicht, sie ist eine deutsche Erfindung. Genau deswegen gilt sie als vertrauensvoll und sicher, während Kreditkarten teilweise immer noch einer gewissen Skepsis unterliegen. Völlig zu Unrecht meiner Ansicht nach. Aber schauen wir uns zunächst das Verfahren mit EC-Karte an.

Bezahlen mit PIN-Eingabe (genannt: EC Cash Verfahren) -> Ist die sichere Variante, da das Kundenkonto direkt mit dem Betrag belastet wird und Sie als Verkäufer Ihr Geld sicher erhalten.

Bezahlen mit Unterschrift (genannt: Elektronisches Lastschriftverfahren, kurz ELV) – Ist für Sie als Unternehmer mit einem Risiko verbunden, da „nur“ das Einverständnis zur Abbuchung (Lastschrift) abgegeben wird und keine Garantie der Kontodeckung gewährleistet ist. Es kann sein, dass Ihr Kunde kein Geld auf dem Konto hat und Sie Ihrem Geld dann hinterherlaufen müssen.

Kontaktloses Bezahlen mit NFC-Technik (Near Field Communication) -> Ist bequem, schnell und sicher, da das Kundenkonto direkt belastet wird (bis 25 Euro sogar ohne PIN-Eingabe).

Kleiner Exkurs: Haben Sie schon mal auf Ihre EC-Karte geschaut? Falls Sie neueren Datums ist, finden Sie vermutlich ein Symbol „GiroCard“ auf der Vorderseite. So heißt die EC-Karte offiziell. Bereits im Jahr 2007 hat die Finanzbranche im Rahmen einer großen Umstellung die Umbenennung vorgenommen. Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich der Begriff (noch) nicht durchgesetzt.

Kartenzahlung mit Kreditkarte

Die Kreditkarte ist – trotz der Affinität von uns Deutschen zur beliebten EC-Karte – auf dem Vormarsch. Im Ausland (in dem es die EC-Karte/ GiroCard gar nicht gibt) ist sie schon lange das Zahlungsmittel Nummer eins. Bargeld ist in einigen europäischen Ländern, Asien und Nordamerika schon fast aus dem Alltag verschwunden.

Mastercard / VISA…
  • … sind die meistgenutzten Karten in Deutschland.
  • … werden demzufolge von den meisten Händlern in Deutschland akzeptiert.
American Express, Diners Club und weitere…
  • … sind in Nordamerika und Asien verbreitet.
  • … sollten Sie hinzunehmen, wenn Sie sehr viele internationale Kunden haben.

Welche Kosten entstehen für Sie als Händler?

Wenn Sie Kartenzahlung anbieten, verlangt Ihr Anbieter Gebühren. Diese werden pro Transaktion fällig. Wenn Sie nur die Zahlung mit EC-Karte anbieten, wird das für Sie günstiger. Denn die Kreditkartengebühren sind etwas höher. Mit folgenden Gebühren können Sie rechnen (marktübliche Durchschnittswerte):

Mit PIN (EC Cash)

  • 7 bis 14 Cent pro Transaktion
  • 0,20 bis 0,30 % vom Betrag

Mit Unterschrift (ELV)

  • 7 bis 14 Cent pro Transaktion

VISA / Mastercard

  • 7 bis 14 Cent pro Transaktion
  • 1 bis 3 % vom Betrag

Wann erhalte ich als Händler meine Einnahme?

Bei der EC-Kartenzahlung werden Ihnen die Beträge in der Regel nach ein oder zwei Werktagen gutgeschrieben (je nach Geschwindigkeit der beteiligten Geldinstitute). Bei Kreditkarten kann es etwas länger dauern. Viele Dienstleister überweisen z.B. einmal pro Woche.

Ein abschließendes Fazit als Entscheidungshilfe 

Entscheiden Sie sich bei der EC-Kartenzahlung auf jeden Fall für die Variante mit PIN und NFC-Technik (kontaktlosem Bezahlen). Damit sind Sie auf der sicheren Seite, die Kosten bleiben überschaubar und verfügen über die modernste Bezahl-Möglichkeit. Ob Sie auch die Kreditkartenzahlung anbieten sollen, hängt von Ihrem Kundenkreis ab. Bedenken Sie: „Ultra-hippe“ Bezahlmethoden mit dem Smartphone (Apple Pay, Google Pay) werden im Verbund mit dem Kreditkarten-Konto abgewickelt. Junge Zielgruppen und Best Ager werden in Zukunft auf den Geldbeutel verzichten!

Kartenzahlung einführen? Direkt ein Angebot für ein Kartenlesegerät anfordern!

Sie wollen Kartenzahlung in Ihrer Unternehmung einführen? Dann habe ich genau das Richtige für Sie mit meinem Angebotsservice. Einfach durch das Formular klicken und ein kostenloses, unverbindliches Angebot erhalten. Hierfür arbeite ich mit seriösen Anbietern zusammen. Und nochmal: Das Angebot dient Ihrem Vergleich!

Vorstellung: Passende Kartenterminals im Überblick

Nachdem Sie sich schon einiges an Wissen über Kartenzahlung angeeignet haben, ist es an der Zeit, empfehlenswerte Kartenlesegeräte verschiedener Hersteller vorzustellen. Im nächsten Abschnitt gehe ich auf die einzelnen Gerätetypen genauer ein.

Verifone V200c

Sehr gute Einsteigerversion. Günstig und trotzdem mit vielen Funktionen, wie kontaktlosem Bezahlen, Farbdisplay, Kassenschnittstellen.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

STATIONÄR

Verifone V400m

Farb- und Touchdisplay, kann über Handynetz, WLAN und Bluetooth kommunizieren und kontaktlose Zahlungen etc. annehmen.

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MOBIL

Yomani XR

Wird mit Kabel oder WLAN angebunden. Einfache Bedienung und großer Sichtschutz. Kann natürlich auch kontaktlos und weitere Funktionen.

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STATIONÄR

Ingenico Move5000

Das Move 5000 kann auch WLAN und/oder Handynetz, kontaktlos, etc. und hat natürlich ein Farb-Touchdisplay.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

MOBIL

Ingenico Desk5000

Kann per WLAN angebunden werden und dank Spiralkabel gibt’s Flexibilität ohne Kabelchaos. Mit Touchdisplay.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

STATIONÄR

SumUp

Eins der Geräte ohne Grundgebühr, das man mit Handy oder Tablet koppelt, um Zahlungen abzuwickeln. Der Zahlvorgang läuft dann über eine App.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

MOBIL

2. Entscheidungshilfe: Welches Kartenlesegerät ist das Richtige?

Die nächste Entscheidung, die Sie treffen müssen, ist die Auswahl des Kartenlesegeräts. Schon mal im Internet gesucht? Auf den ersten Blick wirkt das wie in Dickicht aus verschiedenen Angeboten und Herstellern. Dabei lässt sich die Suche schnell und einfach eingrenzen.

Es gibt zwei Arten: Stationäre Terminals und mobile Geräte. Die Entscheidung hängt am Ende davon ob, wo Ihr Kunde zahlt (oder bezahlen soll). In der Regel mieten Sie die Geräte bei Ihrem Anbieter, der dafür eine monatliche Gebühr erhebt.

Die Geräte in der Übersicht

Stationär mit Kabel

Geeignet für feste Kassenplätze. Werden über Kabel mit Storm und Internet verbunden. Je nach Länge dessen kann der Terminal auch „angereicht“ werden.

Typische Einsatzorte:
Bäcker, Boutique, Friseur.

Mobil mit WLAN

Komplett kabellos, wird per WLAN verbunden und läuft per Akku. Sehr handlich für Mitarbeiter und Kunden. Kann an verschiedenen Plätzen genutzt werden.

Typische Einsatzorte:
Gastronomie

Mobil mit SIM-Karte

Ebenfalls kabellos und mit Akku. Verbindung hier über 4G-SIM Karte. Nutzung ist möglich, auch wenn kein WLAN vorhanden ist.

Typische Einsatzorte:
Restaurants ohne WLAN, fahrende Händler, Messen

Wie funktionieren mobile Geräte: Alle Informationen zu den Kartenlesegeräten, die Sie flexibel und ohne Kabel einsetzen können, erhalten Sie im Ratgeber-Artikel „Mobile Kartenlesegeräte„. Hier erhalten Sie auch einen Überblick über die aktuellen Modelle, die empfehlenswert sind. 

3. Kartenzahlung: Der Kostenüberblick

Lassen Sie uns die beiden vorherigen Abschnitte zusammenführen. Ihre Kosten für Kartenzahlung ergeben sich aus a) den Transaktionsgebühren (variable Kosten) und b) den Mietgebühren (fixe Kosten). Schauen wir uns die beiden Blöcke etwas genauer an.

Fixe Kosten

Wie schon erwähnt: In den allermeisten Fällen mieten Sie das Gerät. Wenn Sie also den Kartenleser bestellen, kommen folgende Gebühren auf Sie zu (marktübliche Durchschnittswerte):
  • Einmalige Einrichtungsgebühr (Geräte-Konfiguration) = 20 bis 40 Euro
  • Monatliche Gebühren (Miete + Service) = ca. 10 bis 25 Euro
  • Optionale Zusatzleistungen (z. B. Buchungslisten) = ca. 1 Euro

Variable Kosten

Pro Transaktion entrichten Sie an Ihren Anbieter eine kleine Gebühr. Je nachdem, welche Art von Zahlung (EC-Karte, Kreditkarte, Beides) sie anbieten, variieren Ihre Kosten leicht.
  • Transaktionsgebühren (pro Zahlvorgang) = 7 bis 9 Cent
  • EC-Kartenzahlung (EC Cash, vom Betrag) = 0,20 bis 0,30 %
  • Kreditkartenzahlung (vom Betrag) = 1 bis 2,5 %

Monatliche Gebühren für Kartenzahlung: Ein Beispiel

Ein kleiner Blumenhändler entscheidet sich, Kartenzahlung anzubieten. Er mietet ein stationäres Kartenlesegerät. Weil er viele ortsansässige Kunden hat, entscheidet er sich, nur EC-Kartenzahlung anzubieten. Er hat allerdings darauf geachtet, ein kontaktloses Gerät zu erhalten. Mittlerweile generiert er 2.500 Euro im Monat über das Gerät (5 Sträuße pro Tag à 25 Euro an 20 Tagen).

  • 7,90 Miete + 1,90 Service = 9,80 Euro
  • 100 Transaktionen (5 Sträuße x 20 Tage x 7 Cent) = 7 Euro
  • 2.500 Euro Umsatz (2.500 x 0,20 %) = 4 EUR

Ergebnis: Bei einem Umsatz von 2.500 Euro beträgt die monatliche Gebühr für die Kartenzahlung 20,80 Euro.

Mein abschließender Rat: Denken Sie im Sinne Ihrer Kunden. Im Zweifelsfall würde ich mich für ein mobiles Gerät entscheiden. Nur wenn klar ist, dass es bei Ihnen nur einen Bezahlort gibt, würde ich mich für die stationäre Variante entscheiden. Denken Sie dran: Wählen Sie ein Gerät mit der NFC-Technik (kontaktlosem Bezahlen) aus.

4. Häufige Fragen rund um das Thema Kartenzahlung

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Fakt ist: Je länger die Vertragsdauer, umso geringer die monatlichen Mietkosten. Allerdings lohnt es sich aus meiner Sicht, sich eine gewisse Flexibilität zu erhalten. Daher empfehle ich eine Laufzeit von 24 bis 36. Monaten. Viele Anbieter vermieten die Terminals auch ohne Laufzeit, dann ist die Miete natürlich entsprechend höher. Die Geräte können dann in der Regel jeweils zum Quartalsende abgegeben werden.

Augen auf! Gerade bei so manch verlockendem Angebot sollten Sie genau die Vertragsbedingungen und AGB durchforsten. Ich will damit die Anbieter nicht unter einen Generalverdacht stellen. Dennoch haben mir einige Händler von versteckten Gebühren berichtet (z. B. wie teure Geräte-Updates, die andauernd vorgenommen werden müssen). Auch werden teilweise sehr alte Geräte angeboten, die überholt wurden und wieder dem Markt zugeführt werden (Refurbishing). Sprich: Prüfen Sie jedes Angebot genau und besprechen Sie mit dem Anbieter Ihrer Wahl Ihre Wünsche und Erwartungen.

Früher hieß es oft: „Karte erst ab 10 Euro“. Vermutlich haben Sie diesen Satz schon lange nicht mehr gehört. Er macht auch keinen Sinn mehr, da Sie auf jede Summe einen fixen Prozentsatz zahlen, egal ob 4 oder 400 Euro. Bei kleineren Beträgen ist die Gebühr auch entsprechend niedriger. Außerdem bieten viele Anbieter heute Zusatzleistung wie das Sammeln und einmalige Übertragen (z. B. pro Tag) von Buchungen an, mit dem sich Transaktionsgebühren sparen lassen. Dieser Vorgang nennt sich übrigens Clearing.