Viele Inhaber kleinerer Geschäfte denken immer noch: „Bloß Finger weg von Kartenterminals – die gehen richtig ins Geld“. Das glauben Sie auch? Dann sind Sie hier richtig! Es ist höchste Zeit, den Mythos der unbezahlbaren Kartenterminals aufzudecken. Eins schon vorweg: In der heutigen Zeit können Sie – trotz Terminal-Gebühren – auch finanziell deutlich von einem Bezahlterminal profitieren. Wie und warum, erkläre ich Ihnen jetzt sofort!

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Marc Schuster
Ich heiße Marc, informiere zum Thema Kartenzahlung und helfe Ihnen bei der Anbieter-Suche.


Gerätetyp bis Umsatz: Wovon die Gebühren für Kartenzahlung abhängen

Egal ob Handyflatrate oder Zeitschriftenabo: Meiner Erfahrung nach vertuscht nahezu jedes Unternehmen im Vorfeld die unschönen Fakten über laufende Kosten. Das ist bei einigen Anbietern von Kartenterminals nicht anders. Verträge sollten also tatsächlich Punkt für Punkt durchgegangen werden – auch wenn es nervt.

Um Ihnen die bösen Überraschungen zu ersparen, sage ich Ihnen gleich wie es ist: Tatsächlich hat die Kartenzahlung ihren Preis – und der liegt in der Praxis weit über 1,99 Euro oder ähnlichen Lockangeboten. Lassen Sie mich in folgenden Punkten näher erklären, wovon die Gesamtkosten im Detail abhängen.

Der Gerätetyp

Die erste Frage, die Sie sich vor der Wahl eines Kartenterminals stellen sollten, lautet: Welche Eigenschaften sollte das Gerät mitbringen, damit ich alltäglich gut damit arbeiten kann? Unterschieden wird zwischen dem günstigen stationären und dem etwas teureren mobilen Terminal. Ersteres ist fest an das Kassensystem gebunden und kann nur am Tresen bedient werden. Letzteres ist frei beweglich und daher flexibel einsetzbar. Was die Strom- und Internetversorgung angeht, gibt es auch innerhalb dieser Kategorien verschiedene Optionen. (Weitere Infos dazu hier: Kartenzahlungsgeräte)

 

Die Vertragsart

Seit die jungen Anbieter iZettle und SumUp auf dem Markt der Kartenterminals mitmischen, wird auch zwischen zwei verschiedenen Vertragsarten unterschieden: Dem Vertrag mit und ohne Fixkosten. Während die besagten Hersteller Terminals zum Kauf anbieten und somit keine Grundgebühren erheben, müssen herkömmliche Geräte für wenige Euro im Monat gemietet werden. Das klingt verlockend, ich weiß – aber lassen Sie sich von dieser Information nicht einlullen. Bei der Variante werden nämlich umso höhere Transaktionskosten fällig, die sich in der Gesamtrechnung in vielen Fällen finanziell sogar nachteilig auswirken. Es hat seinen Grund, dass Mietgeräte nach wie vor am weitesten verbreitet sind. (Weitere Infos dazu hier: Kartenzahlung ohne Grundgebühr)

Ihr Umsatz

Zu den wiederkehrenden Kosten gehört neben der Miete auch die Transaktionsgebühr, die bei jedem Bezahlvorgang erhoben wird. In der Regel beläuft sich dieser Betrag, abhängig vom Anbieter, auf etwa 10 Cent. Zusätzlich wird ein geringer Prozentsatz des Umsatzes berechnet: 0,2X % bei Zahlungen mit EC-Karte und 1 bis 3 % bei Zahlungen mit Kreditkarte.

Die Zusatzdienstleistungen

Wenn Sie möchten, können Sie verschiedene Zusatzdienstleistungen für Ihr Kartenzahlungsgerät hinzubuchen. Ihr Geräteanbieter kann Ihnen zum Beispiel die Option der Kontaktloszahlung freischalten, Ihnen wöchentliche Transaktionslisten zuschicken oder die Funktion des Kontosplittings einrichten. Zusatzdienstleistungen wie diese sind mit Extrakosten verbunden, die von Anbieter zu Anbieter variieren.

Mehr zum Thema Kartenzahlung: Eine grundsätzliche Einführung zum Thema Kartenzahlung finden Sie ebenfalls auf unserer Ratgeber-Seite. Dabei gehen wir grundsätzlich darauf ein, wie das Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte funktioniert. 

Im Detail: Welche Gebühren werden bei Kartenzahlung fällig?

Jetzt aber ans Eingemachte: Anhand folgender Anhaltspunkte können Sie sich ein genaueres Bild davon machen, welche Kosten auf Sie zukommen werden.

Einmalige Kosten

Die einmaligen Kosten umfassen die Konfiguration des Terminals, die Verbindung mit den Bankkonten und die Versandkosten. Für diese Erstpauschale können Sie 20 bis 30 Euro einplanen.

Pauschale für die Ersteinrichtung (20 – 30 €) – u. a. Konfiguration des EC-Kartenlesegeräts, Einrichtung der Finanzwege und Versandkosten

Monatliche Kosten

Die monatlichen Kosten beinhalten die Terminalmiete, eine Servicegebühr und eventuelle Zusatzdienstleistungen. Die Grundgebühren variieren deswegen relativ stark, weil sie von mehreren Faktoren abhängen: Dem Anbieter, dem Gerätetyp und der Vertragsdauer.

Miete für das Kartenterminal (7– 30 €), Servicevertrag (5 – 10 €) und evtl. Zusatzdienstleistungen (1 – 10 €)

Variable Kosten

Zu den variablen Kosten gehören die Transaktionsgebühr, die bei jedem Bezahlvorgang erhoben wird, und eine umsatzabhängige Gebühr. Bei Kreditkartenzahlungen liegt der berechnete Prozentsatz etwas höher als bei EC-Kartenzahlungen.

Transaktionskosten (ca. 10 Cent) und umsatzabhängige Gebühren (EC-Kartenzahlung ca. 0,20 – 0,30 %, Kreditkartenzahlung 1 – 3 %)

Vorstellung: Verschiedene Kartenterminals

Jetzt haben Sie einen ersten Überblick über die verschiedenen Kartenterminals gewonnen. Nachfolgend stelle ich Ihnen aktuelle stationäre und mobile Kartenterminals vor. 

Verifone V200c

Sehr gute Einsteigerversion. Günstig und trotzdem mit vielen Funktionen, wie kontaktlosem Bezahlen, Farbdisplay, Kassenschnittstellen.

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STATIONÄR

Ingenico Desk5000

Kann per WLAN angebunden werden und dank Spiralkabel gibt’s Flexibilität ohne Kabelchaos. Mit Touchdisplay.

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STATIONÄR

SumUp

Eins der Geräte ohne Grundgebühr, das man mit Handy oder Tablet koppelt, um Zahlungen abzuwickeln. Der Zahlvorgang läuft dann über eine App.

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MOBIL

Fazit: Warum sich ein Kartenzahlungsgerät lohnt

Ja, die Kartenzahlung ist mit beachtlichen Kosten verbunden. Aber die Tatsache, dass trotzdem jedes größere Geschäft ein Bezahlterminal im Haus hat, spricht für sich: Offensichtlich liegt der Profit durch ein Kartenlesegerät höher als die Einbußen. Die Statistik zeigt, dass der Trend klar in Richtung Kartenzahlung als die herkömmliche Zahlungsmethode geht*. In der Konsequenz bedeutet das: Auf lange Sicht wird die Option der Kartenzahlung überall erwartet werden – auch im Kiosk um die Ecke. In Skandinavien ist Bargeld schon jetzt eine äußerst seltene Erscheinung geworden.
Die Vielfalt der angebotenen Zahlungsmethoden beeinflusst das Kaufverhalten der Menschen nachweislich**. Demzufolge wird auch der Erfolg Ihres Unternehmens durch ein Kartenzahlungsgerät angekurbelt. Wenn Sie das richtige Gerät und einen passenden Vertrag wählen, halten sich die Gebühren übrigens in Grenzen. Dafür haben auch neuere EU-Richtlinien gesorgt, die übersprudelnden Kosten ein Ende gemacht haben. Ein weiteres Plus: Mit einem Kartenterminal müssen Sie deutlich weniger Kleingeld zählen und zur Bank schleppen.

* Quelle: https://de.statista.com/infografik/15537/bargeldloses-bezahlen-in-deutschland/
** Quelle: https://newsroom.mastercard.com/eu/de/press-releases/stationaerer-handel-92-prozent-der-deutschen-erwarten-die-moeglichkeit-zur-kartenzahlung/

Mit dem Smartphone kontaktlos Bezahlen: Bei vielen Anbietern können Sie auch Kartenzahlung via Apple Pay oder Google Pay akzeptieren. Gerade die junge Generation setzt auf das Smartphone als „Ersatz“ für die Karte. Die Bezahl-Bestätigung erfolgt hier über Face- oder Touch-ID.

Wichtige Fragen & Antworten

Bei allzu günstigen Angeboten sollten Sie hellhörig werden. Wenn ein Gerät in der Basis-Miete nur zwei, drei Euro kostet, dann lohnt sich der Blick in die AGB. Sprechen Sie zusätzlichen Ihren Anbieter offen auf weitere Kosten an, die entstehen können. 

Im Prinzip richtet sich das nach Ihrer Branche bzw. Ihren Wünschen. Überall da, wo der Kunde nicht an einen klassischen Verkaufstresen kommt, lohnt sich ein mobiles Gerät. Für die Gastronomie beispielsweise halte ich ein drahtloses Terminal für Pflicht. Wer will heute noch eine Kunden bitten, „mal mit nach hinten“ zu kommen? 

Ein Grund, weshalb immer mehr Betriebe auf die Vorzüge der Kartenzahlung setzen, ist aus meiner Sicht die einfache Bedienung der Geräte. Heutzutage sind die modernen Terminals sehr intuitiv gestaltet mit einer Menge komfortablen Zusatzfunktionen. Also: Nur keine Berührungsängste.