„Kann man bei Ihnen mit Karte zahlen?“ Diese Frage wird von immer mehr Kunden ausgesprochen. Allein von 2017 auf 2018 ist die Anzahl der Kartenzahlungen um knapp 20% gestiegen. Und die Kosten sind in den letzten Jahren auch stetig gesunken. Also: Haben Sie keine Angst, wenn Sie ein EC Gerät anschaffen möchten – die Kosten halten sich in Grenzen und Ihre Kunden werden es Ihnen danken. Hier kommt der Groß-Überblick übers das EC Gerät und Kartenzahlung im Allgemeinen.

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Marc Schuster
Ich heiße Marc, informiere zum Thema Kartenzahlung und helfe Ihnen bei der Anbieter-Suche.


Informieren Sie sich gerade zum ersten Mal über das Anbieten von Kartenzahlungen? Oder sind Sie schon in den großen Wald der vielen schlecht erklärten Informationen und Angebote rund um das Thema hineingewandert und sehen einzelne Bäume nicht mehr? In beiden Fällen sind Sie hier richtig, denn ich erkläre Ihnen alles rund ums EC Gerät und die Zahlung damit (natürlich auch mit Kreditkarten) von Grund auf.

Drum prüfe, wer sich länger bindet: Welches EC Gerät passt zu Ihnen?

Sie sollten nicht einfach irgendein EC Gerät mieten, sondern wissen, welches Gerät am besten zu Ihren Anforderungen passt. Nur so kann es dann optimal bei Ihnen aufgestellt, angeschlossen und in den Betriebsablauf integriert werden.

Grundsätzlich: Welche Varianten eines EC Geräts gibt es?

STATIONÄR

Das sind die Klassiker: Man verbindet ein Kabel mit dem Strom und eins mit dem Telefon- oder Internetanschluss.

Vorteil:
Die stationären EC Geräte sind die günstigsten und zuverlässigsten Geräte am Markt.

Nachteil:
Man kann sie nicht von A nach B bewegen, sondern Sie müssen an einem festen Platz stehen.

Gut zu wissen:
Die meisten stationären EC Geräte sind mit zwei Kabeln ausgestattet. Es gibt aber mittlerweile auch Varianten (z.B. das Desk 5000), die mittels WLAN verbunden werden.

MIT WLAN

Handlich und überall gut zu verstauen. Mobile EC Geräte haben einen Akku eingebaut und sind somit unabhängig von Kabeln.

Vorteil:
Höhere Flexibilität und z.B. im Restaurant besserer Kundenservice, denn welcher Gast will schon mit zur Kasse gehen, um dort per Karte zu bezahlen.

Nachteil:
Wenn das WLAN ausfällt, sind keine Zahlungen möglich. Und der Akku sollte über Nacht aufgeladen werden.

Gut zu wissen:
Geeignet nicht nur für Unternehmen, die das EC Gerät dauerhaft herumtragen, sondern auch dort, wo wenig Platz an der Kasse ist oder der Telefon-/ Internetanschluss zu weit weg ist.

MIT SIM-KARTE

Noch flexibler, weil man unabhängig von Kabeln und vom WLAN ist.

Vorteil:
Handwerker können direkt beim Kunden kassieren, Bauern auf dem Wochenmarkt und Gastrobetriebe im Haus und im Biergarten. Dank Anbindung ans Mobilfunknetz ist man sehr flexibel.

Nachteil:
Funktioniert dort nicht, wo kein Handynetz besteht.

Gut zu wissen:
Es gibt EC Geräte, die wechseln automatisch zwischen WLAN und Mobilfunk. Somit kann man im Gewölbekeller (mit WLAN) und im Biergarten (mit Mobilfunk) kassieren.

Welches EC Gerät ist das richtige für Sie?

Sicherlich werden Sie jetzt schon erste Überlegungen angestellt haben, welches Gerät zu Ihren Anforderungen passt. Bei manchen Unternehmen ist die Frage relativ schnell zu beantworten, anderen hingegen helfen bestimmt diese Fragen:

  • Habe ich einen festen Kassenplatz? (Spricht für ein stationäres Terminal)
  • Falls ja: Sind vom Kassenplatz aus Strom- und Internetanschluss gut per Kabel zu erreichen oder müsste ich die Kabel durch den ganzen Raum verlegen? (Gut zu erreichen = stationär)
  • Falls nein: Habe ich WLAN und eine wenigstens eine Steckdose in der Nähe der Kasse? (Ja = Es gibt stationäre Geräte)
  • Soll das EC Gerät mit meiner Kasse gekoppelt werden? (Falls ja, sind stationäre Geräte leichter zu verbinden, aber die modernen mobilen Geräte haben auch Schnittstellen.)
  • Habe ich wenig Platz am Kassenplatz oder möchte ich das Gerät z.B. an verschiedenen Kassenplätzen benutzen? (Apotheken reichen das EC Gerät gerne zwischen verschiedenen Plätzen hin und her)

Kartenlesegeräte: Jetzt zum großen Anbieter-Vergleich mit Bewertungen

Ich habe für Sie einen übersichtlichen Anbieter-Vergleich aufgebaut. In der Tabelle können Sie die Daten, Fakten und Konditionen miteinander vergleichen. Lesen Sie zudem Erfahrungsberichte von Nutzern, die aus Ihrem Alltag mit den Geräten berichten. Falls Sie selbst schon mit den Anbietern zu tun hatten: Machen Sie mit, bewerten Sie mit!

Die Angebote: Welche Geräte sind empfehlenswert?

Es gibt zu jeder Variante, also von stationär über WLAN bis SIM-Karte, mehrere EC Geräte. Die meisten werden von zwei Firmen – Verifone und Ingenico – hergestellt und sind hundertausendfach in Deutschland im Einsatz. In den letzten Jahren wurden die Geräte-Baureihen modernisiert und Anwendungen wie kontaktloses Zahlen mit Karte oder Smartphone sind überall Standard.

Den größten Unterschied beim Preis machen die Funktionen aus. Die teureren EC Geräte bieten zahlreiche Optionen, die von vielen „normalen“ Firmen (vom Friseur über den Tierarzt bis zur Boutique) nicht gebraucht werden. Da lassen sich dann schnell ein paar Euro pro Monat sparen.

Verifone V200c

Sehr gute Einsteigerversion. Günstig und trotzdem mit vielen Funktionen, wie kontaktlosem Bezahlen, Farbdisplay, Kassenschnittstellen.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

STATIONÄR

Verifone V400m

Farb- und Touchdisplay, kann über Handynetz, WLAN und Bluetooth kommunizieren und kontaktlose Zahlungen etc. annehmen.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

MOBIL

Yomani XR

Wird mit Kabel oder WLAN angebunden. Einfache Bedienung und großer Sichtschutz. Kann natürlich auch kontaktlos und weitere Funktionen.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

STATIONÄR

Ingenico Move5000

Das Move 5000 kann auch WLAN und/oder Handynetz, kontaktlos, etc. und hat natürlich ein Farb-Touchdisplay.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

MOBIL

Ingenico Desk5000

Kann per WLAN angebunden werden und dank Spiralkabel gibt’s Flexibilität ohne Kabelchaos. Mit Touchdisplay.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

STATIONÄR

SumUp

Eins der Geräte ohne Grundgebühr, das man mit Handy oder Tablet koppelt, um Zahlungen abzuwickeln. Der Zahlvorgang läuft dann über eine App.

Infos zum Gerät oder Angebot einholen?

MOBIL

Nicht das Kleingedruckte übersehen: Welche Kosten entstehen Ihnen?

Wie eingangs schon erwähnt: Die Kosten sind – auch dank EU-Regulierungen – nicht mehr so hoch wie noch vor ein paar Jahren. Grundsätzlich unterteilen sich bei den klassischen EC Geräten, die mit einem Laufzeitvertrag (zwischen 1 Monat und 5 Jahren) angeboten werden, die Kosten in die fixen und variablen Gebühren.

FIXKOSTEN

Hierzu zählen normalerweise die Miete für das EC Gerät und eine Grundgebühr für die Technik-Hotline und Verwaltung.

Darüber hinaus gibt es noch Zusatzservices, wie z.B. das tägliche, wöchentliche oder monatliche Reporting der Umsätze, die als Fixkosten berechnet werden.

VARIABLE KOSTEN

Diese Gebühren sind transaktionsabhängig und fallen also nur dann an, wenn Sie auch Umsatz machen mit dem EC Gerät. Es gibt die Kosten für die Transaktion sowie einen geringen Prozentsatz vom Kaufbetrag (meist zwischen 0,19 – 0,30% bei EC-Zahlungen bzw. zwischen 1-3% bei Kreditkarten)

Ganz grob überschlagen:

  • Fixkosten: Je nach Kartenzahlungsgerät zwischen ca. 8 und 25 Euro
  • Variable Kosten: Bei 60 Transaktionen pro Monat mit einem Gesamt-Kartenumsatz von 2.000 Euro fallen ca. 10-15 Euro an.

Richtige große Rechnung gewünscht? Hier in meinem Artikel „Kosten der Kartenzahlung“ gibt es noch mehr Details.

Für diese geringen Kosten…

  • … bieten Sie Ihren Kunden mit dem EC Gerät den Service, den sie erwarten
  • … müssen Sie nicht mehr das viele Bargeld zur Bank bringen (Einzahlungen kosten ja mittlerweile auch hohe Gebühren)
  • … können Sie nicht mehr so einfach von Ihrem Personal beklaut werden

Ein Beispiel: Die Briefmarke auf der Rechnung von 100 Euro, die z.B. ein Arzt nach der Behandlung verschickt, kostet mehr als die Kartenzahlung.

Bitte das Kleingedruckte lesen

Es gibt Discount-Anbieter, die EC Geräte schon für 1-4 Euro im Monat vermieten. Dies ist grundsätzlich nicht unseriös, aber natürlich wird über diesen Preis versucht, Sie zum Vertragsabschluss zu locken. Und wie überall im Geschäftsleben, müssen auch solche Lockangebote dann refinanziert werden. Dies geschieht z.B. über relativ hohe EC-Gebühren (0,27-0,3%) oder Gebühren für Updates des EC Geräts oder auch hohe Gebühren, falls Sie mal eine Adresse oder Kontoverbindung ändern lassen müssen.

Lesen Sie die AGB durch und lassen Sie sich ein komplettes Preis-Leistungsverzeichnis geben. Bei Kreditkarten wird manchmal mit einem Grund-Disagio von 0,6 – 0,8% geworben, aber verschwiegen, dass es so viele Zusatzgebühren gibt, dass Sie schon bei einer „normalen deutschen Privat-Kreditkarte“ doch bei 1,2 – 1,5% liegen. 

Was Sie auch bestimmt wissen möchten: Typische weitere Fragen und Antworten

Ich hoffe, ich konnte schon viele Fragen zur Anschaffung eines EC Geräts klären. Bestimmt haben Sie noch weitere und hier gibt es einen Überblick der drei häufigsten Fragen:

Alles kann, nichts muss – das ist auch beim EC Gerät die Devise. Das Gerät ist immer mit der Freischaltung für EC-Karten gekoppelt. Aber ob Sie auch Kreditkarten annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen. Ich empfehle immer, mindestens VISA und MasterCard freischalten zu lassen, denn ansonsten können ausländische Kunden bei Ihnen nicht bezahlen. Es gibt nämlich außer in Deutschland nirgendwo das System „EC Karte“ (bzw. offiziell GiroCard genannt). Ausländer zahlen immer mit Kreditkarten oder per Maestro bzw. V Pay und das funktioniert nur mit einer Kreditkarten-Freischaltung.

Bei seriösen Anbietern fallen auch keine Grundgebühren für die Kreditkarten-Freischaltung an, sondern lediglich prozentuale Gebühren vom Kartenumsatz.

Im Normalfall werden abends alle Kartenzahlungen des Tages von Ihrem EC Gerät an die Bank bzw. den Dienstleister übermittelt. Dort werden die Gelder, die per EC-Karte bezahlt wurden, sofort in der Nacht von Ihren Kunden eingesammelt und Ihnen überwiesen. Wenn Ihre Bank ebenfalls schnell genug ist, haben Sie so die EC-Umsätze schon am nächsten Tag auf dem Konto.

Umsätze mit Kreditkarten werden in der Regel einmal pro Woche ausgezahlt. Man kann aber natürlich beim Dienstleister auch eine tägliche Auszahlung beantragen. Allerdings werden dafür meist Zusatzgebühren fällig.

Von Ihnen. Bei manchen Anbietern können Sie einen Techniker dazubuchen, der das Gerät aufstellt, installiert und Sie in die Funktionen einweist. Aber dies kostet extra.

Nahezu alle Anbieter schicken Ihnen das EC Gerät vorkonfiguriert per Post zu. Sie müssen es dann nur noch an den Strom und Internetanschluss anbinden oder mit dem WLAN verbinden – schon kann es losgehen. Bei der Inbetriebnahme hilft die Techniker-Hotline, die in den Grundgebühren enthalten ist.