Wenn man an der Kasse seine Karte zückt, hört man oft die Frage: „EC oder Kredit?“, obwohl es korrekt heißen müsste: „Girocard oder Kredit?“ Haben Sie mitbekommen, dass die EC-Karte schon im Jahr 2007 in Girocard umbenannt wurde? Wenn nicht, gehören Sie zur Mehrheit. Eine GfK-Studie* von 2015 hat ergeben, dass nur 20 Prozent der Befragten die Umbenennung registriert haben. Es scheint also ein wenig Aufholbedarf zu geben, was die wichtigsten Fakten rund um die Girocard angeht. Lesen Sie gleich weiter!

* Quelle: https://www.konto.org/lexikon/ec-karte/#ec-karte-2015-immer-noch-bekannter-als-girocard

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Marc Schuster
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Scheckkarte bis Girocard: Die Entwicklung der Begriffe

Scheckkarte, Eurocheque, Electronic Cash, Girocard – Na, wie heißt sie denn nun? Die Antwort darauf lautet: Nur Girocard. Aber die anderen Begriffe waren vor einigen Jahren auch mal richtig. Und EC-Karte ist immer noch in der Umgangssprache verankert. Um nachzuvollziehen, warum sich der Name so oft geändert hat, sollten wir für einen Moment in die Geschichte Deutschlands beliebtester Bankkarte eintauchen.

Scheckkarte: Die Geburt der EC-Karte

Es ging ganz schlicht los: Mit einer Plastikkarte, die 1986 von deutschen Banken ausgehändigt wurde – davor gab es nur einen einfachen Papierausweis. Sie enthielt die wichtigsten Informationen des Kontoinhabers, wie Namen und Kontonummer, und diente ausschließlich der Identifikation bei der Ausstellung eines Schecks. Übrigens: Der Scheck selbst ist älter als das Münzgeld.

Eurocheque: Internationale Vernetzung

Die Weiterentwicklung des Tourismus und der wachsende Wunsch nach Urlaub im Ausland Anfang der 70er-Jahre brachten die Banken auf die Idee, dieses Verfahren auf ganz Europa auszudehnen. Für diesen Zweck wurde die Eurocheque-Karte (EC-Karte) ins Leben gerufen, die eine Zahlungsgarantie für Schecks im Ausland versprach.

Electronic Cash: Die Magnetstreifen-Innovation

Die Erfindung des Magnetstreifens 1969 durch das US-Unternehmen IBM revolutionierte den elektronischen Zahlungsverkehr weltweit. Wie ein Kassettenband speichert das verwendete Metalloxid Daten, die mit einfachen Detektoren wieder ausgelesen werden können. Als Ende der 70er-Jahre immer mehr Geldautomaten zur Verfügung standen, wurde die Eurocheque-Karte mit dem Magnetstreifen ausgestattet und damit um das Electronic-Cash-System erweitert. Von jetzt an konnten alle Kartenbesitzer Geld abheben und in einigen Geschäften mit Karte bezahlen.

Umbenennung in Girocard

Obwohl die Bezahlung per Eurocheque schon 10 Jahre nach seiner Einführung ein Ende fand, wurde weiterhin von EC-Karte gesprochen. Erst 2007 wurde die EC-Karte offiziell umbenannt. Laut Girocard* ging es dabei um die Einführung einer „einheitlichen Dachmarke für das Electronic-Cash-Verfahren und das Deutsche Geldautomatensystem“. Außerdem sollte, unterstützt durch das neue Logo, die internationale Akzeptanz deutscher Debitkarten erhöht werden.

* Quelle: https://www.girocard.eu/suche-faq/

Mehr zum Thema Kartenzahlung: Eine grundsätzliche Einführung zum Thema Kartenzahlung finden Sie ebenfalls auf unserer Ratgeber-Seite. Dabei gehen wir grundsätzlich darauf ein, wie das Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte funktioniert. 

Girocard: Die Lieblingskarte der Deutschen

Während die Kreditkarte auf der ganzen Welt in regem Umlauf ist, bevorzugen die Menschen hierzulande nach wie vor die gute alte EC-Karte. Laut einer Erhebung der Deutschen Bundesbank* ist die Zahlung per Girocard nach Bargeld das zweithäufigste Zahlungsmittel in Deutschland. Auch auf die Frage nach dem Warum hat die Bundesbank 2017 Antworten geliefert.
Folgende Faktoren werden am häufigsten als Begründung genannt: Ein guter Überblick über die Ausgaben, Sicherheit vor Verlust, einfache Nutzung und die Wahrung der Privatsphäre. Die Umfrage hat außerdem ergeben, dass die Girocard insgesamt als „vertrauter“ empfunden wird als die Kreditkarte.
Nichts desto trotz vollzieht sich auch hier ein leichter Wandel. Zumindest was den Besitz von Kreditkarten angeht, sind die Zahlen etwas gestiegen – auch wenn die meisten Befragten sie nur besitzen, weil sie damit im Ausland besser zurechtkommen. Die Freischaltung Ihres Kartenterminals für Kreditkarten lohnt sich daher vor allem, wenn Sie viele ausländische Kunden haben.

Quelle: https://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article176505524/Kreditkarte-Warum-die-Deutschen-bis-heute-die-Kreditkarte-verschmaehen.html
( https://www.bundesbank.de/de/publikationen/berichte/studien/zahlungsverhalten-in-deutschland-2017-634056 )

Fazit: Warum wir immer noch von EC-Karte sprechen

Trotz der offiziellen Umbenennung ist „EC-Karte“ nach wie vor in unserer Sprachlandschaft verwurzelt – und das ist auch in Ordnung so, finde ich. „EC-Karte“ kann als umgangssprachliches Synonym gesehen werden. Tatsächlich scheint dieser Begriff sogar weitaus geläufiger als „Girocard“. Warum also nicht einfach den Begriff nutzen, unter dem sich alle etwas vorstellen können? Schließlich sprechen wir auch noch von „Platte“, wenn wir CD meinen und sagen „Lokführer“, obwohl der Zug keine Lokomotive mehr ist. Wenn ich in meinen Ratgebern also von EC-Karte spreche, meine ich selbstverständlich die Girocard.