Von Biergarten bis Pommesbude gibt es kaum noch Geschäfte, in denen keine Kartenzahlung angeboten wird. Wenn auch Sie Ihren Kunden das Herumschleppen von kiloweise Kupfer ersparen wollen, führt nichts an einem Bezahlterminal vorbei. Hier sind Sie richtig, wenn Ihnen der finanzielle Aspekt der Geräte noch Kopfzerbrechen bereitet und Sie wenig Vertrauen in die rosaroten Angaben der Hersteller haben. Ich werde Sie schwarz auf weiß über jeden Kostenaspekt aufklären – versprochen.

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Marc Schuster
Ich heiße Marc, informiere zum Thema Kartenzahlung und helfe Ihnen bei der Anbieter-Suche.


Vertragsart bis Umsatz: Wovon die Gesamtkosten abhängen

Um Sie möglichst tief in die Materie einzuführen, möchte ich Ihnen als Erstes einen Überblick darüber verschaffen, von welchen Aspekten die Kosten abhängen. Mit diesen Informationen wird es Ihnen später leichter fallen, das günstigste Angebot für Ihr Unternehmen auszuwählen.

Der Gerätetyp

Die meisten Kartenterminals müssen gemietet werden. Das gilt sowohl für die sogenannten stationären Terminals, die fest an das Kassensystem angeschlossen werden, als auch für mobile Geräte, mit denen Sie sich – je nach Internetversorgung – frei in Ihrem Geschäft oder weit außerhalb davon bewegen können. Wie hoch diese Miete ausfällt, hängt neben dem Anbieter vor allem vom Typ des Terminals ab. Stationäre Geräte sind grundsätzlich günstiger als mobile Terminals, unter denen es je nach Ausführung auch wieder Preisunterschiede gibt.

 

Die Vertragsart

Neben den herkömmlichen mobilen Geräten, die gemietet werden, bieten Hersteller wie iZettle oder SumUp auch mobile Terminals zum Kauf an, für die keine Grundgebühren anfallen. Sie können sich also für einen Vertrag mit oder ohne Fixkosten entscheiden. Aber Vorsicht – die Sache hat einen entscheidenden Haken: Die Transaktionsgebühren fallen bei diesen Anbietern deutlich höher aus als bei Mietgeräten. Deswegen lohnen Sie sich nur für Händler, die einen geringen Umsatz erzielen oder nur selten Kartenzahlungen annehmen. Auch die Vertragsdauer hat einen Einfluss auf die Kosten: Langfristige Verträge sind etwas günstiger als kurzfristige Verträge.

Ihr Umsatz

Neben den Fixkosten erheben die Anbieter von Kartenterminals bei jedem Bezahlvorgang eine Gebühr. Diese variiert von Anbieter zu Anbieter, sie beläuft sich aber in der Regel auf etwa 10 Cent. Je nachdem, welche Umsätze Sie erzielen, erheben alle Anbieter außerdem eine prozentuale Provision. Sie liegt bei Kreditkartenzahlungen mit 1,5 bis 3 % deutlich höher als bei EC-Zahlungen, für die 0,2X % vom Umsatz anfallen. Zur Veranschaulichung: Wenn eine Kundin einen Artikel für 10 Euro mit EC-Karte kauft, würde die Gebühr bei einem üblichen Prozentsatz von 0,25 % in diesem Fall 2,5 Cent betragen.

Die Zusatzdienstleistungen

Sie haben die Wahl, ob Sie Ihrem Vertrag praktische Zusatzdienstleistungen hinzufügen möchten, die mit Extrakosten verbunden sind. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, Ihr Kartenterminal für kontaktlose Zahlungen freischalten zu lassen. Außerdem können Sie sich bei Bedarf tägliche oder wöchentliche Transaktionslisten zuschicken lassen. Die Option des Kontosplittings bietet sich für Sie an, wenn Sie die Einnahmen durch verschiedene Waren oder Dienstleistungen auf unterschiedliche Konten fließen lassen möchten.

Mehr zum Thema Kartenzahlung: Eine grundsätzliche Einführung zum Thema Kartenzahlung finden Sie ebenfalls auf unserer Ratgeber-Seite. Dabei gehen wir grundsätzlich darauf ein, wie das Bezahlen mit EC- oder Kreditkarte funktioniert. 

Was kostet EC-Zahlung den Händler genau?

Bei all den Zahlen, die in Bezug auf Bezahlterminals genannt werden, kann man schnell den Überblick verlieren. Damit Sie nicht auf unrealistische Lockangebote hereinfallen, möchte ich Ihnen im nächsten Schritt genau auflisten, woraus sich die Kosten zusammensetzen und welche Gebühren realistisch sind.

Einmalige Kosten

Bei den einmaligen Kosten handelt es sich um eine geringe Pauschale für die Ersteinrichtung. Sie umfasst die Konfiguration des Gerätes, die Verbindung mit den Bankkonten und die Versandkosten. Sie können mit einer Kostenspanne zwischen 20 bis 30 Euro rechnen.

Pauschale für die Ersteinrichtung (20 – 30 €) – u. a. Konfiguration des EC-Kartenlesegeräts, Einrichtung der Finanzwege und Versandkosten

Monatliche Kosten

Die Fixkosten setzen sich aus der Miete für das Kartenterminal, einer Servicegebühr und eventuellen Zusatzdienstleistungen zusammen, die Sie Ihrem Vertrag hinzufügen können. Die Grundgebühren hängen sowohl vom Hersteller und Gerätetyp als auch von der Vertragsdauer ab – langfristige Verträge sind meistens etwas günstiger als kurzfristige.
Miete für das Kartenterminal (7– 30 €), Servicevertrag (5 – 10 €) und evtl. Zusatzdienstleistungen (1 – 10 €)

Variable Kosten

Bei jeder Transaktion wird eine geringe Gebühr von wenigen Cents erhoben, die immer gleichbleibt. Hinzu kommt eine prozentuale, also umsatzabhängige Gebühr. Auch hierbei hängen die Kosten davon ab, ob eine EC- oder Kreditkarte verwendet wird.
Transaktionskosten (ca. 10 Cent) und umsatzabhängige Gebühren (EC-Kartenzahlung ca. 0,20 – 0,30 %, Kreditkartenzahlung 1 – 3 %)

Warum sich Kartenzahlung für Ihr Unternehmen lohnt

Wer als Händler noch nie mit einem Kartenlesegerät zu tun hatte, kann bei all den Gebühren schnell ins Grübeln kommen: Lohnt sich ein solches Gerät für mich wirklich? Mache ich keine finanziellen Einbußen durch die Anschaffung?
Um Ihnen diese Bedenken abzunehmen, möchte ich Ihnen hiermit eine klare Entwarnung geben: Kartenzahlungsgeräte lohnen sich für nahezu jedes Unternehmen – auch finanziell. Wer heute keine Kartenzahlung anbietet, verwehrt seinen Kunden die beliebteste Zahlungsmethode und hinkt gegenüber anderen Unternehmen klar hinterher. Um Ihre Kunden bei der Stange zu halten, ist es essenziell, ihnen die zeitgemäßen Erwartungen und Wünsche zu erfüllen.

Eine Studie* der Gesellschaft für Konsumforschung hat ergeben, dass 92 % der Deutschen die Option der Kartenzahlung im stationären Handel erwarten. Was genauso bemerkenswert ist: 29 % der Befragten haben schon mindestens einmal ein Geschäft verlassen oder es gar nicht erst betreten, weil dort keine Kartenzahlung angeboten wurde. Bedenken Sie außerdem, dass das regelmäßige Einzahlen von Bargeld nicht nur aufwändig ist, sondern auch mit beachtlichen Kosten bei Ihrer Bank verbunden ist.

* Quelle: https://newsroom.mastercard.com/eu/de/press-releases/stationaerer-handel-92-prozent-der-deutschen-erwarten-die-moeglichkeit-zur-kartenzahlung/

Mit dem Smartphone kontaktlos Bezahlen: Bei vielen Anbietern können Sie auch Kartenzahlung via Apple Pay oder Google Pay akzeptieren. Gerade die junge Generation setzt auf das Smartphone als „Ersatz“ für die Karte. Die Bezahl-Bestätigung erfolgt hier über Face- oder Touch-ID.

Wichtige Fragen & Antworten

Lesen Sie das Kleingedruckte! Und sprechen Sie Ihren Anbieter direkt auf weitere Kosten an, die im Zusammenhang mit dem Vertrag entstehen können. Hierbei merken Sie auch schnell, wie transparent Ihr Anbieter ist. 

Das ist pauschal schwer zu sagen. Die Grundregel lautet: Ab einem Umsatz von ca. 2.000 Euro lohnen sich meist die Miet-Geräte aufgrund der günstigeren Kosten-Kombination. Vor allem für Pop-up-Stores, Startups, kleineren Geschäfte oder auch saisonale Betriebe (Eiscafés) sind die kleinen Geräte sicher eine günstige Alternative zum klassischen Gerät. 

Auch hier würde ich sagen: Je mehr Transaktionen Sie generieren, umso komfortabler sind solche Services. Sie nehmen Ihnen einfach Arbeit und bieten einen sinnvollen Überblick.